Ostern unter die Lupe genommen

Er ist uns allen bekannt, weiß oftmals nicht viel, aber alle (fast) freuen sich auf ihn: Die Rede ist vom Osterhasen, dem wohl berühmtesten Symbol der Osterzeit. Da er derjenige ist, der am Morgen des Ostersonntags die Eier und andere süße Leckereien versteckt, genießt er vor allem bei den Kindern größte Beliebtheit. Was es mit dem Osterhasen und anderen Osterbräuchen auf sich hat und wie Du Deine Osterdeko auf den neuesten Stand bringen kannst, zeigen wir Dir in diesem Beitrag.

Warum feiern wir Ostern?

Ostern ist ein christlicher Feiertag, an dem die christliche Gemeinde die Wiederauferstehung von ihrem Erlöser Jesus Christus feiert. Am Gründonnerstag feiern die Christen das letzte Abendmal, welches Jesus, laut biblischen Erzählungen mit seinen zwölf Jüngern verbrachte. Bereits während des letzten Abendmahls wusste Jesus das einer seiner Jünger (Judas) ihr verraten würde. Er verkündete das er sterben müsse und im Himmel weiterhin für seine Anhänger da sein werde. Verraten und verurteilt wurde Jesus dann am Karfreitag, seinen Weg zur Kreuzigung trat er noch am selben Abend an. Jesus wurde von Pontius Pilatus, dem römischen Statthalter in Jerusalem zum Tod am Kreuz verurteilt. Am Karsamstag herrscht Grabesruhe und am dritten Tag, also am Ostersonntag, so glauben die Chisten, ist Jesus von den Toten auferstanden. So zeigte er den Menschen das es nach dem Tod noch ein Leben gebe und das dieser erst der Anfang des ewigen Lebens sei. Seither ist das Osterfest eines der wichtigsten christlichen Feste. Dem christlichen Glauben nach habe Jesus durch den Tod am Kreuz das Leid aller Menschen, die Reue für Ihre Sünden zeigten, auf sich genommen. Die Menschheit habe durch Ihn die Erlösung von Ihren Sünden erfahren.

Woran liegt es das Ostern jedes Jahr an einem anderen Datum ist?

Um diese Frage zu klären begeben wir uns erstmal zurück zur Kreuzigung von Jesus. Während seiner Kreuzigung fand nämlich das jüdische Passahfest statt, mit welchem an den Auszug der Israeliten aus Agypten erinnert wird. Ostern fällt meist in die Zeit des sechstägigen Passahfests, welches zum Frühlingsanfang (Februar – März) gefeiert wird. Nun springen wir in das Jahr 325 n. Chr., zu dieser Zeit regierte Kaiser Konstantin der Große das römische Kaiserreich (ab 324 n. Chr. sogar als Alleinherrscher). Er war einer der großen Förderer des Christentums in der alten Antike und berief 325 n. Chr. das Konzil von Nizäa ein, was unser aller Leben nachhaltig, und sogar noch heute, beeinflusst. Ein Konzil ist eine wichtige und große Versammlung von kirchlichen Persönlichkeiten und Würdenträgern, auf der weitreichende Entscheidungen getroffen werden. Auf dem Konzil von Nizäa wurde beispielsweise auch beschlossen, dass das Osterfest immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling eines neuen Jahres stattfinden soll. Da der 21. März Frühlingsbeginn ist, kann Ostern also frühestens am 22. März stattfinden. Der späteste Termin für das Osterfest ist der 25. April.

Weshalb versteckt man an Ostern Eier?

Warum man an Ostern Eier versteckt ist nicht gänzlich überliefert, jedoch gibt es unter den vielen verschiedenen Theorien zwei herausragende Ansätze, die wir als historisch nachvollziehbar und möglich erachten:

Die Göttin des Frühlings und der Fruchtbarkeit

Eine Theorie besagt dass der Brauch auf eine heidnische Tradition zurückgeht. Dieser Tradition nach beschenkte man sich zu Ehren der heidnischen Frühlingsgöttin „Ostara“ mit Eiern, da diese als Symbole der Fruchtbarkeit angesehen wurden. Die Kirche war später sehr bemüht das Ritual abzuschaffen und Missachtungen des Verbots zu bestrafen. Die Eier wurden daraufhin einfach heimlich verschenkt und versteckt, was den Brauch des Eier-Versteckens mit sich führte.

Die Fastenzeit

Die zweite Theorie beruht darauf das in der Fastenzeit auf tierische Produkte, also auch Eier, verzichtet wurde. Die Hühner jedoch produzierten weiterhin Eier, diese Eier konnten durch Kochen bis zum Ende der Fastenzeit, also Ostern, haltbar gemacht werden. Um die hartgekochten von den rohen Eiern zu unterscheiden, färbte man sie bunt.

Was sind die besten Verstecke für Ostereier?

Ein gutes Versteck ist in den Schultaschen der Kinder, in den Ferien bleiben die ja meist unberührt. In alten Schuhen die keiner mehr anzieht lassen sich auch super Eier verstecken. Falls Du die Ostereier erst nach dem morgendlichen Gang ins Badezimmer verstecken möchtest, dann eignen sich z. B. alltägliche kleine Gegenstände bzw. Behälter wie der Zahnputzbecher oder der Badezimmerschrank als ideale Verstecke für Ostereier. Im Wäschekorb, hinter dem Fernseher, im Nachttisch oder im Briefkasten lassen sich die Eier auch wunderbar verstecken. Eines der witzigsten Verstecke ist aber in der Osterdeko, da man hier erst unterscheiden muss was Deko und was versteckte Eier sind, bzw. man erstmal darauf kommen muss das die Eier in der Osterdeko versteckt sind. Bei schönem Wetter sollte man sich jedoch die Mühe machen und die Ostereier in Garten oder Wald verstecken, da hier unzählige Versteckmöglichkeiten zur Auswahl stehen es nichts Schöneres gibt, als den Tag zusammen im Freien zu verbringen.

Warum bringt uns ein Hase die Ostereier?

Jeder kennt ihn und alle lieben ihn, den Osterhasen. Wie aber ist der Brauch des Eier-versteckenden Hopplers zustande gekommen? Wirklich genau weiß das niemand, hier beruht der Großteil des gesammelten Wissens auf Erzählungen, Bräuchen und Theorien aus der Vergangenheit. Die wohl logischste und auch am weitesten verbreitete Theorie handelt von Ostara, dem Fest der Fruchtbarkeitsgöttin Eostre. Der Hase wurde schon immer als das Symbol der Göttin Eostre angesehen, weil er sich so rapide vermehrt. Da Ostara, das Fest der Eostre mit der Christianisierung zu Ostern wurde bot sich der Hase geradezu als Oster-Symbolik an. Der Osterhase wurde somit mehr oder weniger von der christlichen Kirche in die ganze Geschichte um Ostern herum hineinintegriert. Die erste historisch belegte Erwähnung des Osterhasen führt zurück auf das Buch von Mediziner Georg Franck von Franckenau gegen Ende des 17. Jahrhunderts, wobei er die Menschen davor warnen wollte zu viele Eier zu verzehren. Richtig populär wurde der Osterhase aber erst 200 Jahre später mit dem Erscheinen von Osterhasenspielfiguren, Plüschtieren, bebilderten Osterhasenbüchern und natürlich dem Schokoladen-Osterhasen.

Feiern alle Ostern auf die selbe Art und Weise?

Nein, dies ist aber auch nicht verwunderlich, da in unterschiedlichen Gesellschaften auch unterschiedliche Bräuche entstehen. In Australien bespielsweise erfreut sich der Osterhase an großer Unbeliebtheit und das kommt nicht von ungefähr: Das Wildkaninchen wurde von Siedlern nach Australien gebracht, vermehrte sich dort rapide und fraß das gesamte Weideland kahl, wodurch der große Kaninchennasenbeutler Lebensraum einbüßen musste und der kleine Kaninchennasenbeutler Anfang des 20. Jahrhunderts sogar ausstarb. Der Kaninchennasenbeutler – auch Osterbilby genannt – ist sehr beliebt in Australien, vorallem in seiner Schokoladenform.

Ostern in Skandinavien

In Schweden bringt statt dem Osterhasen das Osterküken die Eier. Dementsprechend schmücken die Schweden zu Ostern auch mit gelben Federbüschen und Birkenzweigen. Die Kinder ziehen hier schon am Gründonnerstag, verkleidet als „Påskkärring“, also als Osterweiber mit Kopftuch, langem Rock und Besenstiel durch die Nachbarschaft und klopfen an den Türen um nach Leckereien zu fragen. Ostersonntag gibt es dann mit Süßigkeiten gefüllte Papp-Eeier für die Kinder, natürlich versteckt im Haus oder Garten.

Die Finnen schlagen sich gegenseitig leicht mit Birkenruten, dies steht symbolisch für die Palmwedel mit denen Jesus in Jerusalem begrüßt wurde. In Tschechien ist dies ähnlich, nur das hier die Männer bei den Nachbarinnen und Verwandten klingeln und den jungen Frauen mit geflochtenen Weidenruten leicht auf die Beine schlagen, das soll Gesundheit und Jugend bringen.

Ostern in Mitteleuropa

Bei den Polen wird Traditionell am Ostermontag Śmigus-dyngus gefeiert wobei sich die Feiernden gegenseitig mit Wasser bespritzen oder teilweise sogar ganze Eimer über den Kopf geschüttet bekommen. Vorallem den Kindern macht es einen Riesenspaß. Der Brauch soll an die Taufe des Prinzen Mieszko I. erinnern, welcher das Christentum nach Polen brachte. Ähnlich läuft es in Ungarn ab, außer das hier nur die Männer die Frauen aus der Familie und dem Freundeskreis nass machen. Im Gegenzug werden die Männer mit Ostereiern, Kuchen und Alkohol versorgt.

Bulgariens Bräuche sehen nochmal anders auch, es werden bevorzugt rohe Eier an Kirchenmauern oder auf Familienmitglieder geworfen. Die- oder derjenige, dessen Ei nicht kaputt geht wird, dem Aberglaube nach, im kommenden Jahr das erfolgreichste Familienmitglied werden.

Bei unseren italienischen Mitmenschen läuft das Osterfest deutlich ernsthafter und gesitteter ab. Es gibt Prozessionen durch die Stadt und am Ostersonntag versammeln sich alle Christen auf dem Petersplatz für den päpstlichen Segen „Urbi et Orbi“. Gegessen wird „Colomba Pasquale“, ein süßer Kuchen mit Mandeln und Zucker. Am Ostersonntag bekommen die Kinder große mit Leckereien gefüllte Geschenk-Eier.

Great Britain & Uncle Sam

In Großbritannien hat der Brauch des sogenannten „Egg-Shakling“ seinen Ursprung. Bei diesem Brauch schreibt jedes Kind seinen Namen auf ein rohes Ei und legt es in ein großes Sieb zu den anderen Eiern. Wenn nun jedes Kind ein Ei hinein gelegt hat, wird das Sieb so lange geschüttelt bis sich darin nur noch ein letztes, ganzes Ei befindet.

Die New Yorker feiern Ostern auf Ihre eigene traditionelle Art, mit der „Easter Parade“ in der Fifth Avenue. Die Parade ist ein farbenfrohes Spektakel mit bunt verkleideten und mit Blumen geschmückten Menschen die zu heiterer Blaskapellenmusik quer durch die Stadt ziehen. Entstanden ist der Brauch dieser Osterparade um 1870 als ein spontanes Event, welches mit der Zeit immer mehr an Bekanntheit gewann, sodass 1947 knapp 1 Millionen Menschen bei der Easter Parade in New York mitliefen. Seitdem sanken die Teilnehmerzahlen wieder rapide, sodass 2008 nur noch ca. 30000 Menschen bei der Parade mitgelaufen sind.

Ostern in Deutschlands Norden

Zu guter Letzt möchten wir noch auf einen Brauch aus dem schönen Norddeutschland verweisen, nämlich das Osterfeuer. Osterfeuer sind riesige Feuer die zur Feier des Winterendes angeschürt werden. Es ist ein alter germanischer Brauch aus dem 16. Jahrhundert. Angeblich bringt es Glück für das nächste Jahr wenn man es schafft über die Flammen zu springen. Eines der schönsten Osterfeuer ist in Hamburg am Elbstrand, besonders gut während einer Osterfeuerfahrt auf der Elbe anzusehen.

Das war es mit den Osterbräuchen rund um den Globus und auch mit unserem Oster Spezial, Bestimmt konnten wir Dir die eine oder andere Frage zum Osterfest beantworten. Natürlich noch ein Tipp unsererseits: Im matches21 HOME & HOBBY Osterdeko Sortiment findest du auch in diesem Jahr wieder viele Neuheiten!

Verwendetes Bildmaterial
542554, RyanMcGuire @ Pixabay
Ostara, Unbekannt @ Wikipedia
stephentrepreneur from Adelaide, Australia @ Wikipedia
Nationwide Specialty Co @ Wikipedia
Brian from Hoboken, USA @ Wikipedia
Tom Küpper @ Wikipedia