Massivholzmöbel richtig pflegen - Diese 10 Profi Tipps solltest du kennen!

Massivholz liegt voll im Trend. Der zeitlose Stil des Mobiliars ist dabei nur ein Faktor, der viele überzeugt. Denn neben den optischen Pluspunkten ist Holz auch als lebendiger Werkstoff beliebt, der ständig im Austausch mit seiner Umwelt steht. Davon profitierst du jeden Tag: deine Möbel sorgen für ein gesundes Raumklima, ganz von allein. Weil jede Holzoberfläche einzigartig ist, holst du dir außerdem eine komplett individuelle Note in deine vier Wände. Und wenn du jetzt noch bedenkst, dass Möbel aus Massivholz extrem langlebig sein können, führt eigentlich kein Weg mehr an einer Holzeinrichtung vorbei.

Wenn da nur nicht die komplizierte Pflege wäre - oder?

Die Überzeugung, dass Massivholzmöbel unglaublich anspruchsvoll sind, hält sich hartnäckig. Dabei ist die Instandhaltung von Massivholzmobiliar oft gar nicht so herausfordernd, wie viele denken. Wenn du die folgenden Tipps beachtest, bist du auf jeden Fall schon mal auf der sicheren Seite. Und sparst dir dabei jede Menge Zeit und Geld.

Massivholzmöbel richtig pflegen – das musst du beachten

Als Grundlage für alles Weitere solltest du zunächst die richtigen Bedingungen schaffen. Wenn du die nachfolgenden Punkte ernst nimmst, wird dir auch die aktive Pflege leichter fallen.

 

1. Massivholzmöbel lieben es trocken. Achte deshalb unbedingt darauf, dass du Feuchtigkeit an der Oberfläche möglichst schnell mit einem saugfähigen Tuch entfernst. Dabei ist es besonders wichtig, dass du tupfst und nicht reibst – so schonst du das Holz maximal.

Wenn du vorhast, auf deinen Massivholzmöbeln zu essen oder zu trinken, solltest du außerdem darauf achten, immer passende Untersetzer zu verwenden. So vermeidest du Ränder, Flecken und andere optische Mängel. Wenn du weißt, dass ein Raum schnell feucht wird, ist deshalb Lüften das A und O – dein Mobiliar wird es dir danken.

2. Generell ist das Raumklima ein entscheidender Pflege-Faktor. Der lebendige Werkstoff Holz reagiert nämlich sehr sensibel auf Luftunterschiede. Starke Temperaturschwankungen führen zum Beispiel dazu, dass das Material sich ausdehnt oder zusammenzieht. Und auch Unterschiede in der Luftfeuchtigkeit können das Holz strapazieren – feine Risse oder gar Sprünge sind die Folge.

Damit du möglichst lange Spaß an deinen Möbeln hast, solltest du deshalb auf gleichmäßige Bedingungen achten. Eine dauerhafte Luftfeuchtigkeit zwischen 45-55 Prozent und eine mittlere Temperatur zwischen 18 - 23 Grad Celsius ist dafür optimal.

3. Massivholzmöbel bevorzugen ein eher trockenes Klima – aber auch hier kann zu viel des Guten die Lebensdauer verkürzen. Halte dein Inventar deshalb von ständigen Wärmequellen wie Heizkörpern oder Öfen fern. Das trocknet das Holz auf Dauer zu stark aus und kann dazu führen, dass es Sprünge bekommt.

4. Lichteinwirkung: Ein oft unterschätzter Umgebungsfaktor ist außerdem die Lichteinwirkung. Besonders direkte Sonneneinstrahlung kann dein Massivholzmobiliar ausbleichen und auf Dauer übermäßig strapazieren. In Räumen mit großen Fenstern, wie etwa Wintergärten, lohnt es sich daher, über Vorhänge oder Jalousien nachzudenken.

Wenn du die richtigen Bedingungen für deine Einrichtungen schaffst, fällt die aktive Pflege deutlich leichter. Trotzdem ist es wichtig, dass auch beim Reinigen deiner Massivholzmöbel einige wichtige Punkte im Hinterkopf behältst.

5. Beim Säubern solltest du unbedingt darauf achten, nur besonders weiche Hilfsmittel zu benutzen - am besten sind trockene Baumwolltücher. Zur Not kannst du das Tuch auch mal ganz leicht anfeuchten oder etwas Seife verwenden. Zur Regel sollte das aber nicht werden und in jedem Fall trocknest du am besten ganz schnell nach.

Darüber hinaus musst du mit Putzmitteln aller Art sehr vorsichtig sein. Alles, was Alkohol, Silikone oder aggressiv wirkende Chemikalien enthält, macht absolut keinen Sinn, da diese das Holz schnell beschädigen können.

Doch auch wenn du optimale Bedingungen herstellst und deine Möbel bestmöglich reinigst, lassen sich kleinere Macken manchmal nicht vermeiden. Die folgenden Punkte zeigen dir deshalb, wie du ganz einfach Schäden ausbesserst. Denn auch das ist Teil einer ganzheitlichen Instandhaltung.

6. Oberflächen aus Massivholz sind zwar langfristig gesehen sehr robust, wenn du kleinere optische Schäden allerdings von vornherein verhindern willst, solltest du auf keinen Fall scharfkantige oder spitze Gegenstände in die Nähe deiner Einrichtung bringen.

7. Kleinere Mängel wie Dellen oder Druckstellen kannst du mit einem einfachen Haushaltstrick beheben: Nimm einfach ein feuchtes Tuch und ein Bügeleisen, und dämpfe die Schäden vorsichtig heraus. Aber Achtung! Diesen Trick darfst du nicht bei lackiertem Holz anwenden, weil der Lack sonst womöglich beschädigt wird.

Ist die Delle doch etwas größer, kannst du auch mit Wachs nachhelfen. Wärme dazu das Wachs zwischen deinen Händen leicht an und füg es in die beschädigte Stelle ein. Danach trocknen, ölen und mit einem Schleifschwamm oder Schleifvlies perfektionieren. Falls du auf Nummer Sicher gehen willst, bekommst du im Fachhandel auch spezielle Wachskits – inklusive einer Beratung, wie du am besten vorgehst. Kleinere Schäden lassen sich also relativ leicht ausbessern.

Trotzdem – am besten ist es natürlich, wenn die Mängel gar nicht erst auftreten. Im Grunde gibt es dabei zwei Möglichkeiten, dein Inventar zu schützen. Du musst dir die klassische Frage stellen:

Massivholzmöbel - Lack oder Öl?

 

Die folgenden Tipps geben dir eine Übersicht über die jeweiligen Vorteile, Nachteile und was du sonst noch beachten musst. Trotzdem ist die Frage nach Lack oder Öl immer auch Geschmackssache.

8. Lack bietet dem Holz eine optimale Schutzschicht, die wasserabweisend wirkt. Möbel, die so behandelt werden, sind deshalb besonders pflegearm. Nachlackieren ist daher in der Regel nicht nötig. Wenn du den alten Glanz wiederherstellen willst, kannst du aber mit einer Möbelpolitur nachhelfen, die es auch in gesundheitlich absolut unbedenklichen Bio-Varianten gibt.

Der Nachteil von Lack: Die Oberfläche wirkt manchmal unnatürlich und ist anfällig für Kratzer. Gerade für absolute Holz-Liebhaber bietet sich deshalb eine Behandlung mit Öl an.

9. Öl, bzw. geölte Möbel haben den Vorteil, dass die urwüchsige Maserung und Struktur des Holzes betont wird. Das Ganze wirkt dadurch besonders natürlich. Außerdem verhindert eine Ölschicht, ähnlich wie Lack, dass Feuchtigkeit in das Holz eindringen kann. Das ist besonders bei Möbelstücken wichtig, die du dir in die Küche oder ins Esszimmer stellst. Trotzdem schützt Öl bei weitem nicht so gut wie Lack – denk also gerade beim Esstisch immer an Untersetzer!

Bei geölten Möbeln solltest du außerdem daran denken, das Holz ein- bis zweimal pro Jahr neu zu behandeln. So werden deine Stücke langlebiger und behalten ihre Originalität. Hol dir dazu einfach ein spezielles Pflege-Öl und trag das Ganze vorsichtig mit einen Baumwolltuch in Maserrichtung auf. Falls du direkt nach einer Öl-Behandlung noch Ölreste auf der Oberfläche siehst, ist das nicht schlimm. Nimm einfach ein trockenes Tuch, und wisch es vorsichtig ab. Generell musst du am Öl nicht sparen – das Holz nimmt den Pflege-Stoff auch langfristig auf und eine großzügige Ladung sorgt für Tiefenpflege.

Wenn du lieber auf Haushaltsmittel zurückgreifst, eignet sich auch Leinöl zur Pflege deiner Möbel. Olivenöl, Rapsöl oder Sonnenblumenöl solltest du dagegen meiden – diese Öle trocknen zu schlecht und weichen die Holzfasern auf. Außerdem schaffst du so ein gefundenes Fressen für Bakterien aller Art, was du nach einiger Zeit am unangenehmen Geruch bemerken wirst. Als Faustregel kannst du dir merken, dass du Möbel, deren Oberfläche du oft benutzt, auch öfter ölen musst. Dein Küchentisch braucht also in der Regel mehr Pflege als ein Schrank. Eine dritte Option, die du vielleicht noch nicht auf dem Schirm hattest, stellt neben Lack und Öl auch Wachs dar.

10. Wachs schützt die Oberfläche deutlich besser als Öl und verhindert ebenfalls, dass Feuchtigkeit eindringt. Doch auch hier gibt es einige Unterschiede. Harte und technische Wachse bieten einen optimalen Schutz. Der Nachteil: die Oberfläche wirkt, ähnlich wie bei Lack, wenig natürlich. Außerdem können gefärbte technische Wachse den ursprünglichen Look deiner Möbel stark verändern – überleg dir also gut, was du aufträgst!

Weiche und natürliche Wachse stellen für viele einen Kompromiss zwischen Lack und Öl dar. Du profitierst von einem guten Schutzfaktor, ohne zu viel Natürlichkeit einzubüßen. Als Klassiker gilt hier Bienenwachs. Allerdings solltest du dir keinen allzu hohen Schutzeffekt erhoffen: die weiche Konsistenz sorgt für schnellen Abrieb. Auch deshalb lohnt es sich hier, regelmäßig nachzubessern.

Alles in allem gibt es also viele einfache Möglichkeiten, deine Massivholzmöbel zu schützen. Egal ob Wachse, Lack oder Öl – die Auswahl an Werkstoffen bietet für fast jeden Geschmack und Bedarf eine passende Lösung. Wenn du dich vorher umfassend informierst oder beraten lässt, kann nicht viel schief gehen. Die richtigen Pflegetipps sorgen außerdem dafür, dass deine Massivholzmöbel langfristig schön und funktional bleiben. Denn egal, was du bisher gehört hast: Massivholzmöbel richtig pflegen ist gar nicht so schwer. Beachte einfach die wichtigsten Punkte und trau dich, in die Welt der Massivholzmöbel einzutauchen.

Viel Spaß beim Aussuchen!

Verwendetes Bildmaterial
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